“Radio to go” meets “Radio to go”…

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Foto: Stux/pixabay.de

(Foto: Stux/Pixabay.de)

 

… und war enttäuscht vom Panel “The future of Radio”.

Frankfurt, 18. Januar, 11.25: Es ist der zweite Tag beim deutschen Medienkongress in der alten Oper, auf dem Plan steht der Radiogipfel mit dem Unterttitel „Radio to go“. Erwartungsvoll sitze ich dort mit gezücktem Stift und Block in nur mäßig gefüllten Reihen – und stelle schnell fest – das ist ja total old school: Um mich herum blitzen die iPads auf. Eine kurze Umfrage beim Printgipfel zwei Stunden zuvor zum Besitz von iPads hatte fast alle Arme in Masse in die Höhe schnellen lassen. Ich verspreche mir innerlich, 2011 werde ich auch iPad-Besitzer.

Den Impulsbeitrag steuert Dr. Babak Zeini bei, seines Zeichens Geschäftsführer Force Innovations und externer Berater Zentralbereich Products & Innovations, Deutsche Telekom. Nun ja, im Nachhinein sehe ich im Netz, Dr. Zeini setzt gerne Impulse. Hier in Frankfurt berichtet er 15 Minuten über fünf (Medien-?) Trends: Beschleunigung, Clouds, Mobile, Personalisierung und veränderte Lebensrhythmen. Leider fehlte aber der Rückpass zum Radio. Keine Hinweise dazu, welche Trends wie, wann und wo ins Radio „schwappen“ könnten oder müssten. Ich blieb mit einem Fragezeichen im Gesicht sitzen – was wollte mir Herr Zeini sagen???

Exkurs: Leider ist sein Vortrag im Netz nach dem Kongress auch nicht nachlesbar. Er gehörte zur langen Liste der Referenten, die ihren Vortrag zum Download nicht frei gegeben hatten. Aus meiner Sicht per se ein Unding. Denn in den meist üppigen Preisen für solche Medienmeetings sollte diese Option als „Service am Kunden“ verpflichtend sein. Doch das nur am Rande!

Sei ‘s drum, dachte ich, und freute mich auf den Höhepunkt, den Radiogipfel, männlich bestückt mit Dr. Zeini, der fortan aber meist schwieg und den Herren Bernd Mannewitz –ERGO Versicherungsgruppe -, Olaf Lasalle – NEWCAST GmbH -,Kristian Kropp – RPR 1/Big.fm und Bernhard Bahners – radio.de. Die Zukunft des Radios auf der Moderationskarte hatte Klaus Janke, Redakteur von HORIZONT. Die zahllosen Fragen, die laut Programmheft auf dem Radiogipfel zu Sprache kommen sollten, wurden mehr oder weniger gestriffen, manche Kleinbereiche auch beantwortet. Grundsätzlich habe ich mir auf die old-school-Art folgendes notiert – in der Reihenfolge der ersten Wortbeiträge:

Lasalle: Radiomacher sind zurückhaltend beim Geld ausgeben für Netzthemen, Kundenanfragen gibt es kaum, in fünf Jahren hören wir alle mobil.

Mannewitz: ERGO wartet auf Ideen, wie Radio seinen großen Vorteil „Nähe zum Kunden“ in die neue Medienwelt übertragen will. ERGO fehlt die Währung, wen und wie oft erreiche ich den Kunden mit facebook, twitter, App., Radioprogramm, Homepage…

Bahners: Radiomarken müssen im Netz barrierefrei empfangbar sein. Es fehlt eine Währung in Bezug auf das Internet. Die Erfahrung: Apps werden runter geladen, zwei- bis dreimal genutzt und dann weggeworfen.

Kropp: bigFM war ein Nebenprodukt (habe ich das richtig verstanden?) des Projektes „Musik suchen, Musik finden“. Seine Bibel sind die Kim- und Jim-Studien des Medienpädagogischen Forschungsverbunds Südwest. bigFM versuchte seinen Hörern für jede Stimmung die richtige Musik zu bieten. bigFM hat eine 10-Jahres-Planung, weil man sich so mehr auf die Marke konzentriert hätte. Stuttgart 21 hat gezeigt, „Top down“ geht nicht mehr – „button-up“ ist der richtige Weg.

Nach knapp 50 Minuten war „der Spuk vorbei“.  Kurze Zusammenfassung, keine Fragen aus dem Plenum und so stand sie da – „The future of radio“?! Ein wenig dünn, die Suppe. Aber vielleicht sieht sie auf dem iPad notiert (noch) besser aus.

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